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 Es geht endlich los..... 

12.September 2015

 

Was die letzten sechs Monate in unserem Leben passiert ist, dürften die meisten Menschen zu Recht mit einem Kopfschütteln als verrückt bezeichnen. Aber um Verständnis wollen wir auch gar nicht betteln und so läuft das Jahr 2015 weiter bei uns unter dem Motto "Anders sein als andere.." und wir haben Spaß dabei.

Nachdem wir alles in unserem alten Leben umgeworfen haben, geht es tatsächlich nun los. Auch wenn viele denken, wir haben einen festen Plan und trinken in wenigen Monaten jeden Tag Pina-Colada in der Karibik - so ist es in vielen Dingen das Gegenteil.

Auch wir wissen manchmal nicht, wohin uns das Leben führen wird. Vieles ist ungewiss und nicht zu bestimmen. Aber gerade das macht es spannend und das Leben lebenswert. In langen nächtlichen Gesprächen stellen wir fest, dass wir Menschen oft dazu neigen, so zu leben, wie es von uns erwartet wird und zwar nicht von einem selbst, sondern von anderen.

Man möchte eben seinen Platz in dieser Gesellschaft finden. Es ist wie ein riesiges Spielfeld. Jeder möchte mitspielen - mit dabei sein. Stellt man sich an den Rand des Spielfeldes, fällt man auf.

Wir haben uns jedenfalls für diesen Weg entschieden und spüren jeden Tag, dass wir leben.... Und da zitiere ich die Worte eines Freundes: "Nur tote Fischen schwimmen mit dem Strom!"

Nun sitzen wir im Zug und fahren nach Frankfurt am Main. Von dort geht es mit dem Bus zwei Stunden zum Flughafen Hahn und dann mit dem Flieger nach Montpellier (Frankreich). Nach fast 14 Stunden sind wir angekommen. Da liegt sie vor uns: die Fürrit. Unser kleines Haus auf dem Meer ;-) - leider noch auf Beton in einer (naja wie soll ich es sagen) etwas schmuddeligen Marina.

Angekommen..  Nun kann die Arbeit beginnen..

 

Paletto-lino

13.September 2015

Wie funktioniert das eigentlich? Du machst zwei Palletten 2x2x1m randvoll, bezahlst 200 Euro und schwubs sind sie 2000 Kiliometer weiter. Wie die Leute das für dieses Geld hinbekommen, ist ein Wunder, soll uns aber auch egal sein. Wir stehen vor unserem Katamaran und darunter stehen unsere Paletten mit all unserem Kram und unserer Technik. 

Wie sollen wir das alles nach oben bekommen? Alex, unser französischer Bootsnachbar, schüttelt nur den Kopf und übermittelt uns auf englisch, dass wir für den ganzen Kram einen Monat brauchen werden. Wir beweisen ihm das Gegenteil und legen eine Nachtschicht ein. Stück für Stück bringen alles nach oben. Zeitgleich "entrümpeln" wir den Kat und schleppen Müllsack für Müllsack nach unten. Unten stehen Alex und Pascal. Beide feiern Weihnachten, denn die Dinge die wir nach unten schleppen, sind fast alle noch zu gebrauchen und sie können viel gebrauchen. Nur wir möchten unser "Haus" halt dann doch ein wenig so einrichten, wie wir es möchten und die Elektrik auf den neusten Stand der Technik bringen.

So vergeht die Zeit und die Tatsache, am Ende 400 Kilogramm Batterien nach oben über die Leiter zu tragen, macht die letzten Züge nicht besser. Doch es geht kräftig vorran. Sarah dreht den Kat drinnen auf links und Christian hat bereits 60 Kilo Elektrokabel aus dem Kat gerissen. Außerdem haben wir für ein paar Tage Verstärkung bekommen. Ralf, unser Freund, ist ebefalls nach Frankreich geflogen, um uns zu helfen.

Bsssst - Batsch

14.September 2015

Früh aus dem Bett geht es weiter. Die beiden großen Solarzellen sind auf dem Dach. Die beiden ehemaligen Besitzer sind auch eingetroffen. Bodo und Angelika greifen uns auch noch unter die Arme. So hilft Angelika beim Abkleben für den Unterwasseranstrich und Bodo laminiert eine Halterung für den Autopiloten. Auch Pascal erklärt sich bereit, ein wenig zu helfen und unterstützt uns bei dem Einbau von vier neuen Fenstern.

Damit wären dann alle Fenster erneuert. Auch die Elektrik ist fast komplett ausgetauscht. Während Christian und Ralf ein Kabel nach dem anderen ziehen, macht sich Sarah an das Streichen des Unterwasserschiffes zu schaffen. Eine Schweinearbeit. Zwei laaaaaange Rümpfe und beide doppelt streichen. Insgesamt ist sie zwei volle Tage mit Streichen beschäftigt.

Christian ist stolz auf seine Kleine und noch mehr erstaunt es ihn, als Sarah ihm den Crash-Kurs für Fremdsprachen aufzeigt. Im Supermarkt wollen wir eine Fliegenklatsche haben. Aber bekanntlich haben es die Franzosen nicht so mit der englischen Sprachen. "Ich mach das schon....." Sarah geht auf den armen kleinen dicklichen Verkäufer los, der zu diesem Zeitpunkt noch nichts von seiner deutschen Fliegenattacke ahnt.

"Hey Du!" (allein dabei nässe ich schon fast ein) "Wir brauchen bssssst - batsch!" Dabei klatsch sie dem Verkäufer mit den beiden flachen Händen direkt neben das Ohr. Der zuckt kurz zusammen, rennt dann aber wie "Waldi - der Suchhund" direkt los zu den Fliegenklatschen. Ich kann nicht mehr und lach mir um die Ecke einen ab.

Sarah sauber!!

So kommen wir durch das Leben! Zwei Einkaufswagen sind randvoll. Bis zum Überlaufen. Wir haben für die Reise zu den Kanaren schon einmal eingekauft. Ist ja eigentlich auch alles kein Problem, wenn man nicht einen Twingo als Leihwagen hätte. Das ist in dem ganzen Stress ein wenig untergegangen. So stopfen wir die Karre bis in den letzten Winkel voll. Mit "Tiefgang" geht es zurück zum Schiff.

Und wieder Geschleppe bis nach oben. 

 

 

   

Eine blöde Entdeckung

15.September 2015

Es gibt einfach Dinge im Leben, die braucht man nicht. In diese Kategorie reiht sich auch dieser Tag ein.

Nun kann man es vielleicht auch von einer anderen Seite sehen und sagen: Segelt doch einfach los und macht euch nicht zu viele Gedanken. 

Wir wollen vor allem aber auch das Schiff so gut es geht vorbereiten und ausrüsten. Aus diesem Grund haben wir einen Gutachter für das Rigg (Mast und alles was den Mast hält) bestellt. Der kommt dann auch mit seinem Q7 angefahren und Christian weiß auch, wer ihm gleich den nächsten Reifenwechsel bezahlen wird. Aber er soll der Beste in der Umgebung sein und hat über 40 Jahre Erfahrung in seinem Handwerk.

Das Gute vorweg: Er sagt, unser Kat sei zwar etwas langsamer als die Modernen aber die Substanz der älteren Katamarane sei heutzutage unbezahlbar und durch die Solidität sind sie quasi unzerstörbar. Ebefalls soll das Seeverhalten bei den schmalen Rümpfen und dem hohen Brückendeck sehr gut sein.

Der Mast und seine Beschläge sind in gutem Zustand und wir bekommen eine Bescheinigung für unsere Versicherung, dass einer Überfühung aus dem Mittelmeer und Atlantiküberquerung mit diesem Rigg nichts entgegenspricht. Doch eine Sache müssen wir leider beheben. Die Verstrebung des Beams (Vorderer Träger, der die beiden Rümpfe versteift) hat einen Riss in der Pressung. Materialkosten liegen bei 250 EUR. Aber um das Ding auszubauen bedarf es richtiger Arbeit und eine Werft muss die Arbeit erledigen. Damit liegen wir bei 1000 Euro. Nicht schön, aber wenn das Ding reißt und wir Druck auf dem Achterliek (hinterer Teil des Großsegels) haben, dann kommt der Mast runter. Die Problematik bei einem Kat ist halt, dass der Mast lediglich von zwei Wanten und dem Vorstag (Drahtseil von vorne nach oben zum Mast) gehalten wird. Als Achterstag dient das Achterliek des Großsegels. Weiter kann das Rigg die Kraft des Windes nur in Geschwindigkeit umsetzen, aber nicht wie bei einem Mono-Segelboot das Boot auf die Seite legen.

Somit muss man sehr genau auf sein Rigg und den Zustand achten und noch viel mehr peinlich auf den Wind achten. Denn wenn einem ein 12 Tonnen Kat zeigt, dass es zu viel Wind ist, dann dauert es nur noch wenige Sekunden bis zur Katastrophe. 

Gute Aussichten

16.September 2015

Wieder sind wir beim Thema Wind. Wie erwähnt, ist das Beobachten den Windes und das rechtzeitige Reffen (Verkleinern der Segelfläche) genau zu kalkulieren. So muss laut Herstellerangaben bei Fürrit bereits bei 4 Windstärken das erste Reff gefahren werden. Aus diesem Grund soll eine gute Windmessanlage auf den Mast montiert werden.

Meine Gedanken in Kurzform:"Scheiße ist das hoch und noch beschissener ist der Wind den ich mir heute ausgesucht habe...."

Mit dem Bootsmannstuhl und der elektrischen Winde geht es nach oben. Einmal mit dem Fahrstuhl bitte in den zwölften Stock. Oben angekommen ist zwar die Aussicht gigantisch, aber für das Gefühl im Magen bedarf es einer Gewöhung. Nach über einer Stunde Arbeit dort oben, ist vom Masttop alles demontiert und der neue Windmesser läuft. Ebenfalls die LED-Positionslaterne und das Ankerlicht ist montiert.

Nach einer Weile ist das Vertrauen auch so gut, dass eigentlich nur noch die gute Aussicht als Gefühl im Magen bleibt.

Viel geschafft 

17.September 2015

Ralfi fährt wieder nach Hause. Vielen Dank für Deine Hilfe Ralf!

Wir montieren die Propeller und Sarah streicht sie mit einer speziellen Farbe. Es geht immer weiter. Sarah hat die  Fürrit echt drinnen auf Hochglanz gebracht. Alle Betten sind neu und bezogen. Bereit mit acht Personen zu reisen. Die Küche und die Bäder sind ebenfalls eingerichtet. Auch wenn ich das Wort Elektrik kaum noch hören kann, ist auch hier viel vollbracht. So ist unser Boot jetzt per AIS (Automatisches Identifikations-System) auch von anderen Booten zu erkennen. Und auch wir können auf dem iPad und dem Plotter die AIS-Signale empfangen.

Der Windgenerator hat auch seinen Platz gefunden und nimmt seine Arbeit auf. Der Auftrag für die Reparatur des Beam ist erteilt. Es ist tatsächlich fast alles fertig geworden. Ein erfolgreicher Tag geht zu Ende.

 

Mach es gut Fürrit - Bye bye Montpellier

18.September 2015

Die Rümpfe sind gestrichen. Die Elektrik ist fertig. Das Beiboot ist auch auf dem Heck. Es wird auf den Namen Camixi getauft. Der Namen setzt sich aus den Anfangsbuchstaben unser Kinder zusammen,

Cayla, Mika und Xira.

Gemeinsam mit Bodo und Angelika gehen wir die Häfen unserer Strecke durch das Mittelmeer durch. Nun wird es ernst. Am 28.09. fahren wir dann endgültig zu unserem neuen Zuhause. Ein letzter Blick auf die Fürrit und ab zum Flughafen. Eine Stunde später sehen wir Montpellier von oben. Bye bye bis bald!

   

Angekommen in Sete - der Weg in ein neues Leben

28.September 2015

 

Bis in die Morgenstunden räumen wir die letzten Sachen aus dem Haus, wintern den Bulli ein und packen den Rest unserer Sachen.

Dann geht es auch fast nahtlos zum Bahnhof-mit einer etwas rasanten Fahrt mit dem „Kuhauto“. Jetzt liegen 14 Stunden Reise vor uns. 

Völlig erschöpft, aber glücklich geht es mit der Bahn nach Frankfurt.

One - Way nach Frankreich. Schon ein komisches Gefühl.

Der Flieger ist nur halb voll - wir heben ab.

Es ist 22.00 Uhr, als wir in Montpellier landen. Bodo und Angelika warten auf uns am Flughafen.

Jetzt geht es zur Fürrit. 

Da steht sie im Dunkeln und wartet- unsere Fürrit. Wir fallen tot ins Bett und schlafen nach einer halben Stunde ein.

Was liegt vor uns? Wo geht die Reise hin? Was werden wir alles erleben?

 

Vielen Gedanken, wenig Antworten, aber ein Gefühl von Glück im Bauch!

 

  

Verstärkung kommt

01.Oktober 2015

 

Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an den restlichen Arbeiten am Schiff. Währenddessen wird die Versteifung des Beams durch die Werft erneuert. Als das Werk fertig ist, begutachten wir die Arbeit.

Ja, Fürrit ist ein großer Katamaran, aber doch kein Kriegsschiff.

Jetzt wissen wir woher der Preis her kommt, an der neuen Versteifung können wir das ganze Boot aufhängen. Gegen Nachmittag kommen zwei Arbeiter und verzurren das Boot zum Kranen. 

Aufregend, jetzt wird es erst, es geht in Richtung Wasser.

Plötzlich stehen drei bekannte Gesichter vor uns. Mutti Silvi, Ingmar und Georg sind aus Deutschland angereist. 

Und alle werden uns jetzt 10 Tage begleiten. Und sie sind uns eine starke Unterstützung.

Mutti Silvi kümmert sich die ganzen folgenden Tage um das leibliche Wohl der Crew und unterstützt Sarah beim Reinigen des Schiffes.

Georg ist Maschineningenieur und spezialisiert auf Schiffsmotoren. Er spricht die folgenden Tage nur noch von seinen beiden „Babys" in den Rümpfen und bringt alles auf Vordermann. Oft ist er morgens um 6.00 Uhr schon in den Maschinenräumen verschwunden und kommt zum Mittag erst wieder an das Tageslicht.

Ingmar ist die folgenden Tage die zweite Hand von Christian. Gemeinsam bauen die beiden Watermaker, Fenster und und und ein. Auch der Fäkalientank ist verbaut und kann elektrisch abgepumpt werden.

Aber das ist noch nicht alles an helfenden Händen. Die beiden ehemaligen Eigner, Bodo und Angelika, helfen fleißig mit. Sie gehen uns bei vielen Dingen zur Hand und fahren Besorgungen machen. So organisieren sie fast 300 Liter Diesel, besorgen mit Sarah und Mutti die Einkäufe und vieles mehr.

An dieser Stelle schon einmal vielen Dank an alle!!

 

 

Warten auf das Wetter - oder wartet das Wetter auf uns?

03.Oktober 2015

Seit Tagen hängen wir in Sete fest. Der Golf de Lion gilt als eines der gefährlichsten Seegebiete der Welt und diesem Ruf macht er sich die Tage alle Ehre. 

Die Zeit läuft ein wenig weg, auch wenn wir viel schaffen, wir wollen los.

Auch Bodo und Angelika müssen zurück nach Deutschland. So bleibt uns ein kleiner Ausflug im „Binnensee" von Sete für zwei Stunden, um das Boot das ersten Mal kennenzulernen.

Dann gehen die beiden von Bord und verabschieden sich….

Papa Bodo komm zurück!!! Du kannst doch nicht den kleinen Christian jetzt ganz allein mit diesem riiiiiesigen Boot lassen. Aber es ist so - jetzt sind wir auf uns ganz allein gestellt. 

Hab ich schon erwähnt, dass es auch andere Gefühle als nur Glück im Bauch gibt….

Aber wir werden es schaffen. Das Wetter soll morgen besser werden.

 

 

 

 

Durch tausend Brücken musst Du fahren….

4.Oktober 2015

Das Wetter pustet noch immer kräftig. Aber wir müssen los, denn morgen ist ein guter Tag im Golf.

Und wir müssen durch all die Brücken vorher, dies geht nur am Abend.

Es geht los. Maschinen an. Christian sitzt am Steuer. Acht große Augen schauen ihn erwartungsvoll an. Jeder hat die gleiche Frage: „Wie willst Du diesen Panzer denn fahren?"

Weiß er selber nicht! Jetzt ist das wie studieren. Viel über Bauchoperationen gelesen und nun das erste Mal raus mit dem Blinddarm.

Also viel über Manöver mit dem Kat gelesen ein wenig mit den beiden Hebeln spielen. Es klappt perfekt. In diesem Moment ist für zwei Sekunden Erleichterung in den Gesichtern zu erkennen.

Bis der erste fragt: Müssen wir vor der Brücke in dem engen Fahrwasser warten?!

Ja, müssen wir - wo Du es jetzt so fragst, fällt es mir auch wieder ein.

Moby Dick macht sich auf den Weg in die „Elbe". Und ich muss nicht erwähnen, dass die Brücke extra für uns eine halbe Stunde später aufmacht. Und ich muss auch nicht sagen, dass wir natürlich, um pünktlich zu sein eine halbe Stunde vorher (vor dem anderen Vorher) da sind.

Reichlich Zeit um seinen Panzerführeschein auf dem Wasser zu machen.

Aber es übt und nachdem wir alle Brücken passiert haben, ist es geschafft.

Das erste Anlegemanöver ist vollbracht. Wir liegen am Ausgang zum Mittelmeer in Sete und warten auf den morgigen Tag.

 

 

Der erste Tag auf See !

05.Oktober 2015

Um 05.00 Uhr klingelt der Wecker. Wir legen ab. Es geht hinaus. Und das Mittelmeer begrüßt uns mit einem tollen Sonnenaufgang.

Gegen 10.00 setzten wir die Segel. Fürrit schneidet mit 8 Knoten durch das Wasser. Was für ein tolles Boot. Autopilot rein und dann geht es los.

Neue Welten eröffnen sich. Ich möchte die grenzlose Diskussionen Katamaran gegen Einrümpfer hier gar nicht fortsetzen oder einen Einrümpfer schlecht reden, doch meine persönlichen Eindrücke sagen mir nur, dass die Entscheidung für dieses Boot genau die richtige war.

Wir haben zwei Meter Welle stehen und Mutti Silvi kocht, alle sitzen an einem Tisch und essen zusammen. Flaschen stehen auf dem Tisch, nichts fällt um. Dieser Komfort ist eine völlig neue Erfahrung. Es bringt einfach nur Spaß. Von diesem Tag an gibt es für alle einen Lieblingsplatz an Bord: Das Trampolin zum Sonnenbaden.

Wir machen so viel Speed, dass wir bereits am Abend fast 100 Meilen geschafft haben. Auch das ist eine völlig neue Welt.

Spaß, Spaß und nochmals Spaß.

Es wird langsam dunkel. Wir halten auf eine Ankerbucht zu.

Plaja de Montgo liegt vor uns. Um 20.30 Uhr fällt der Anker. Wir fallen nach einem ganz tollen Essen ins Bett.

 

 

 

 

 

Nacktarsch-Spanier

07.Oktober 2015

Wir stehen auf, und stellen um uns das „spanische Paradies" fest. Klares, blaues Wasser, toller Sandstrand um uns wolkenloser Himmel. Es geht zu Baden ins Wasser.

Gegen Nachmittag entscheiden wir uns über Nacht weiter zu fahren, doch nach zwei Stunden steht die Welle gegen uns und wir knallen durch die See. Das mach keinen Spaß und an Segeln ist nicht zu denken. In der ersten Bucht ragen neben uns die Berge empor. Das Wasser ist so tief, dass man sehr dicht an die Steine fahren muss, um zu ankern. Das Risiko ist einfach zu groß. Ingmar springt ins Wasser und schwimmt zu einer Boje. Aber auch dort ist es grenzwärtig flach.

Hier können wir nicht bleiben. Nachdem Christian wieder diverse Manöver auf engstem Raum üben konnte, verlassen wir die Bucht.

Aber wohin? Draußen ist es auch nicht schön.

Wir folgen einem spanischen Boot nachdem dies auch erfolglos aus der Bucht fährt. Wenige Meilen weiter geht es in ein kleines Fischerdorf. Hier gibt es wenige Moorings (Bojen zum Festmachen). Aber die sind nicht für Panzer gebaut, sondern für kleine Ruderboot.

Außerdem steht Privat auf den Bojen.

Ist uns aber in diesem Moment alles egal. Problem ist nur, das der kleine Spanier der erste in der Sandkiste war und nun die dicke Fürrit kommt und Eimer und Schaufel haben möchte. Drei Meter hinter ihm machen wir an einer Mooring fest. 

Nicht begeistert Eimer und Schaufel teilen zu müssen, wird gemeinschaftliches Ignorieren auf dem Boot geübt. Wir fendern Fürrit für eine mögliche Berührung ab und gehen schlafen. 

Am nächsten Morgen wird Christian von Sarah geweckt: „Komm schnell - schau mal - das glaubst Du nicht!"

Völlig verschlafen mit 1,5 Augen hofft Christian auf den Sonnenaufgang und schaut aus der Luke. Doch vor uns sitzt ein Spanier nackt auf der Badeplattform und kackt ins Wasser.

Plums….na dann mal guten Morgen!

 

 

 

Crash, Bumm, Bang

07.Oktober 2015

 

Es geht weiter. Wieder mal gegen den Wind mit Maschine. Doch nach vier Stunden wird es nervig. Es kommen sieben Windstärken auf und das von vorn. Ab in den nächsten Hafen. Jetzt wird es sehr stressig und diesen Hafen sollte man nie wieder bei einem solchen Schwell anlaufen.

Doch all diese Dinge weiß man bekanntlich hinterher.

Also rein mit der Welle und Lektion 26 im Buch „Anlegemanöver mit einem Kat extrem Teil2" üben.

Wir machen an der Tankstelle fest. Naja, wir wollen an der Tankstelle festmachen. Da geht es auch ganz schnell. Eine riesige Welle kommt in den Hafen gerauscht. Knack!!

Wir haben uns ein Stück aus unserem Heckschwimmer gerissen.

Das Schlimme ist aus einem Auto steigt man erst einmal aus, schreit laut Scheiße und dann sucht man einen anderen der Schuld hat.

Hier bleibt beim Boot keine Zeit, denn die See steht mit gestreckten Mittelfinger vor Dir und fragt mit einem dezenten Grinsen: Lust auf mehr?

Also verlegen wir an einen anderen Platz und machen nach fast einer Stunde Manöver im Hafen fest. 

Georg betrachtet den Schaden und die Heckleine ist noch gar nicht fest, beginnt er mit der Reparatur. Wir organisieren alles von einem örtlichen Schiffsausrüster.

Am Ende wird alles wieder gut. Neben uns liegt eine interessante Segelyacht. 100 Fuss lang. 17,5 Millionen Euro, am Tag für 14.000 EUR zu chartern. Wir kommen uns das erste Mal wie das Beiboot vor.

Am Abend hat Georg alles repariert. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner weiß, wie gerissen die Spanier sind…. Wir haben einen Zettel auf spanisch in der Hand wo die Nacht 39 EUR für den Kat kostet. 

Also am nächsten Morgen zum ausklarieren ins Hafenbüro. Wir bekommen einen Sonderpreis wird uns mitgeteilt…Klasse dann hole ich mal 30 EUR raus, denkt sich Sarah.

„Sie bezahlen statt 400 EUR die Nacht nur 80!"

Schluck?! Aber wir haben doch ein Prospekt… Ja, sie haben ein Prospekt, von einer Marina in der es günstiger gewesen wäre….

Wir bezahlen… Es ist tut ja auch nur so lange weh, bis man das bunte Papier nicht mehr sieht.

 

 

Fischer Manns Friend

08.Oktober 2015

Es geht weiter… Wir haben einen tollen Tag. Können segeln und relaxen. Plötzlich gibt es Besuch. Weit hinten aus dem Wasser springen Delfine. Sie kommen zur Fürrit und spielen vorne mit den beiden Bugspitzen. 

Wir haben einen Anbiss an der Angel und ziehen einen Thunfisch an Bord. Eine halbe Stunde später gibt es lecker Fisch für alle.

Der Tag ist wie im Bilderbuch.

Abends sind wir in Arenys de Mar. Im Hafen sieht es teuer aus und wir wollen nicht schon wieder Geld ausgeben. Also fahren wir in den Fischereihafen. Hier liegen nur Fischerboote, aber wir machen erst einmal fest. Auf zur Fischereibehörde. Ein nettes Gespräch mit dem Chef und ein Mützenstern von der deutschen Polizei sichern uns eine kostenlose tolle Nacht.

Ingmar geht noch in die Stadt und organisiert eine Flasche frisch gezapften Rum.

Es gibt selbstgemachte Pizza mit reichlich Knoblauch. Ein komplett toller Tag.

 

 

 

Atemlos durch die Nacht

09.Oktober 2015

Es ist früh, gerade Sonnenaufgang, als wir Arenys de Mar verlassen. Die See ist fast glatt wir Motoren. Der Wind ist eingeschlafen und das soll auch so bleiben. Es geht durch Tag in die Nacht.

In der Nacht gehen Georg mit Ingmar abwechselnd mit Sarah und Christian Wache.

Gegen ein Uhr wird es ein wenig unheimlich. Wir bekommen über Funk eine Unwetterwarnung und wenige Stunden ist es auch da. In der dunklen Nacht zucken die Blitze vom Himmel. Doch das Wetter bleibt quer ab von uns. 

Aber die Nacht zeigt sich auf unserer Seite von der besten Seite. Ein Sternenhimmel wie im Bilderbuch, diverse Sternschnuppen, dass keine Wünsche offen bleiben und grün leuchtende Quallen im Wasser.

Danke liebe Welt für diese tollen Erlebnisse, die Du uns bisher geboten hast.

 

 

 

Abschied nehmen

10.Oktober 2015

Wir erreichen gegen 16.00 Uhr Valencia. Ein Etmal von 180 Meilen ist zu verzeichnen.

Es zeigt sich ein Hafen der Superlative vor uns. Olympiahafen und Hafen des Amerikas Cup liegt vor uns.

Wir parken rückwärts ein. Es wird immer besser mit den Manövern.

Doch dieser Hafen hat leider auch etwas Trauriges. Wir müssen von Mutti Silvi und Ingmar Abschied nehmen. Für beide buchen wir einen Flug von Valencia nach Hamburg.

Der Abschied fällt nicht leicht. 

Aber wer jetzt aufgepasst hat, der stellt fest, dass einer noch fehlt! Wo ist er denn? Haben wir ihn vielleicht im Motorraum vergessen?

Nein, Georg bleibt hier. Er ist 75. Ihn treibt nichts und er möchte gerne hier bleiben. Wir werden ihn mitnehmen und dies vielleicht sogar bis zu den Kanaren.

Als wir am Morgen nur noch die Rücklichter vom Taxi sehen, bleiben wir zu dritt zurück.

Wir machen uns ans Reinigen des Schiffes und gehen Wäsche waschen. Am Nachmittag fangen wir Köderfische zum Angeln. Das mit großem Erfolg. Wenige Stunden liegen die Fische in der Kühltruhe und ein Fisch ist mit Haken präpariert.

Ich bin ja schon oft und immer wieder im Hafen gefragt worden, warum ich so erfolgreich beim Fischen bin und eröffne gerne an dieser Stelle noch einmal für alle Fahrtensegler mein persönlich vererbt bekommendes Geheimnis:

Köderfisch im Hafen fangen, aufschneiden mit Haken und Blei füllen (Haken müssen rausschauen, Sehne aus Metall). Auch Fische haben Geschmack. Dann den Fisch mit einem speziellen Gummiband (ganz dünn) verschließen. 

Zur Geschmacksverstärkung gerne auch noch einen Schuss WD40 drauf. 

Und dann Leine! Leine und Leine und nochmals Leine!

Ihr seid ein Monster was die Fische verscheucht. 300 Meter hinter Euch ist die Welt wieder in Ordnung. Dichter an das Boot kommt kaum ein Fisch.

Wie gesagt, das Rezept ist bei uns erfolgreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thunderstorms and Lightning

14.Oktober 2015


Nun sind wir zu dritt und es geht am frühen Morgen weiter. Wieder Süd-West! Was soll das? Willst Du uns ärgern Mittelmeer? Ja! Will es! Aber es sind nur 2 Windstärken und der Diesel schnurrt gegen die Wellen. 
Noch….
Dann kommt es dicke. Zu diesem Zeitpunkt erachten wir es als „Dickes“ wissen aber noch nicht, was in der Nacht auf uns zukommen wird. 
Wir haben fast 2,5 Meter Welle und das von vorne. Leute, dass schockt gar nicht. Macht keinen Spaß! Und Fürrit knallt durch die Wellen.
Sarah trifft eine gute Entscheidung. Wir verschwinden nach vier Stunden hinter einer Felsenbucht. Ruhe…
Dort essen wir Mittag und bekommen über unser Power-Wlan Internet von einem 2 Kilometer entfernten Hotel.
Der Wetterbericht sagt eine Winddrehung voraus in den nächsten zwei Stunden auf Nordost. Und so kommt es dann auch. Wir entscheiden uns, die Nacht durchzusegeln.
Der Wind dreht kräftig auf und ein Zischen zwischen den Rümpfen gibt zu vernehmen: Wir machen Speed!
Die Welle wächst und steht gegen die alte Südwest-Welle. Aber wieder danken wir dem Kat dieses gut zu kompensieren.
Als es Nacht wird, ist die Welle auf gute 3 Meter angewachsen. Das ist nicht schön, aber kann man aber ja auch nicht ändern. 
Kein Sternenhimmel - Kein gutes Wetter. Weit entfernt blitz es. Sie kommen näher die Blitze. Der Abstand zwischen Donner und Blitz wird kürzer. Kürzer und kürzer und kürzer.
Christian ahnt das Ungeheuer und gemeinsam rollen wir das Vorsegel auf 20% ein.
Und eine viertel Stunde später ist es auch schon da. Wir sind mitten in einem ausgewachsenen Gewittersturm. 45 Knoten Wind und Blitze überall neben uns. 
Schockt auch gar nicht! Mit einfachen Worten gesagt: Einfach nur Scheiße!
Fürrit zischt nach vorne; mit über 12 Knoten peitschen wir durch die See. 
Dann sitzen wir im strömenden Regen. Die Wellen sind - ach diese ewige Fragerei nach der Höhe…
Nach zwei Stunden ist alles vorbei. Und was bekommen wir? Na klar - Wind aus Süd-West. Also Motoren an, weiter geht es. Aber wir können wenigstens ein wenig schlafen.
Am nächsten Morgen sind wir trotzdem alle und kaputt. 
Nachdem wir uns in einem Fischerhafen abgekämpft haben, ziehen wir dort auch gegen Abend wieder ab und finden eine Meile weiter in einer tollen Marina.
Es gibt ein tolles Abendbrot und wir fallen glücklich und zufrieden ins Bett.

 





Tragödie über Kanal 16

15.Oktober 2015

Nachdem wir 200 Liter Diesel getankt haben, geht es weiter. Der Tag beginnt entspannend und wir laufen mit 8 Knoten weiter Richtung Süden.
Wir genießen die Sonne und die Selbststeueranlage tut ihre Arbeit. Fisch haben wir mittlerweile so reichlich geangelt, dass wir ihn einfrieren.
In einem gefangenen Thun finden wir im Magen einen gerade gefressenen kleinen Fisch.
Es wird Nacht.
Alles ist ruhig, als uns plötzlich auf Kanal 16 ein Notruf aus der Stille reißt.
Einige Meilen vor uns ist auf einer französischen Yacht ein Mann über Board gegangen.
Allein auf dem Schiff ist seine Frau mit zwei Kindern. Es dauert vier Stunden bis wir in der nähe der Yacht sind. Aber in der Dunkelheit ist die Suche aussichtslos. Ein Hubschrauber sucht das Wasser ab und kreist um uns. Die Yacht selber können wir auch nicht ausfindig machen. Noch Stunden können wir das Drama verfolgen. Am Ende ist der Funk so still und dunkel wie das Meer.
Noch lange denken wir darüber nach und wieder einmal bestätigt sich leider eine alte Seglerweisheit: „Wer nachts über Bord fällt, ist tot.

 

 




Almerimar

16.Oktober 2015


Wir haben es geschafft. Endlich haben wir die Südküste von Spanien erreicht. Jetzt geht es vorerst nur noch Richtung Westen.
Am frühen Morgen laufen wir in Almerimar ein. Pünktlich in der Hafeneinfahrt reißt ein Bowdenzug - eine Maschine fällt aus. Ganz langsam parkt Christian den Kat mit einer Maschine ein. Alles geht gut. Der Bowdenzug ist zum Glück in der Nähe zu bestellen und kommt dann auch wenige Tage
später.  
Und wir haben ja noch den lieben Georg an Bord. Der macht sich an die Arbeit und nach einem halben Tag ist die Maschine wieder fit.
Der Hafen ist riesig und sehr günstig. Wir nehmen uns einen Leihwagen und besorgen alles an Ersatzteilen was wir noch so brauchen.
Dann geht es mit dem Wagen in Richtung Malaga. Hier kommt der kleine Wirbelwind mit an Board. Mika ist ganz aufgeregt - Endlich geht es auch für ihn los!
Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Dani und Sven, ihr habt toll auf den kleinen aufgepasst und ihn heile nach Spanien gebracht.
Wieder an Bord geht es mit den nötigen Reparaturen los. So schneiden wir Gewinde in die Großbaumhalterung und schrauben diesen fest. Das Heck bekommt neue Scheuerleisten und der Innenraum einen neuen Teppich. (Schon mal in einem Land, wo es nur Fliesen gibt, Teppich gekauft?!) Wir fahren von einem Geschäft zum nächsten und werden nach zwei Tagen endlich fündig.
 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gewittershow inkl. Bitzeinschlag

20.Oktober 2015

Es ist 07.20 Uhr am Morgen als wir durch Rucken und Zucken an den Leinen wach werden. Ein Gewitter zieht über uns und haut mit 58 Knoten Wind ins Rigg. Neben uns knallen zwei Katamarane gegen die Kaimauer und reißen sich das Heck kaputt. Vorne knatschen unsere Leinen. Dann blitzt und donnert es gleichzeitig. Hinter uns schlägt ein Blitz ein und entlädt sich mit einem Funkenspektakel wo auch immer. 
Gerade als wir das Schiff noch mehr sichern wollen, ist der Spuk auch schon vorbei. Wir haben nicht viel abbekommen. Unsere Nachbar allerdings schon. Unser direkter Nachbar verliert seine Gangway. Wir sind jedenfalls wach und es regnet in Strömen.
Mach aber nichts, passt ein wenig zur Stimmung. Denn Georg ist leider vor wenigen Tagen gestürzt und hat Schmerzen im Knie. Aus diesem Grund fliegt er heute nach Hause. Sarah macht sich fertig und fährt ihn zum Flughafen. Dieser ist leider aber auch 200 km entfernt. 
Christian und Mika machen sich einen DVD-Tag. Passend zur Umgebung gibt es : Findet Nemo.
Fast alle Arbeiten am Schiff sind nun erledigt. (Zum Glück kommen alle paar Tage wieder neue dazu) 
Unser AIS funktioniert jetzt auch perfekt und wer Interesse hat, kann unser Boot jetzt auch im Internet verfolgen. Unter marinetraffic.com einfach nach Fuerrit suchen und schon habt ihr unsere Position.

 

Gibraltar

22. Oktober 2015

 

Früh am Morgen beim ersten Tageslicht brechen wir auf. Es ist Windstille und wir lassen Almerimar hinter uns. Weiter geht es unter Motor in Richtung Westen.

Gegen Mittag kommt Wind auf; wir ziehen das komplette Groß nach oben und das Vorsegel heraus. Fürrit ist in ihrem Element.

Mit knapp 9 Knoten läuft sie durch das Wasser. Das macht Spaß. Mika baut derweil seinen eigenen Katamaran aus Lego unter Deck.

Nach drei Stunden ist der Spaß leider vorbei. Flaute. Und so bleibt es auch die Nacht.

Aber wir wollen nicht meckern, denn lieber unter Motor nach Gibraltar als bei schlechtem Wetter.

Und nicht nur wir sind auf dem Weg durch das Nadelöhr in den Atlantik. Um uns herum gleicht es einem Wasserzoo.

Immer wieder kommen Delphine und Wale neben unserem Boot hoch und atmen aus. In der Nacht faszinierend ihre Laute zu hören. Die Delphine ziehen Leuchtspuren durch das Wasser.

Am Morgen sehen wir die Felsen von Gibraltar. Beachtlich, aber das Wetter meint es noch immer gut mit uns.

Wir machen einen kleinen Umweg und fahren in die Bucht von Gibraltar zum Tanken. Steuerfrei, der Liter Diesel für 43 Cent.

Das geht es direkt in die Straße von Gibraltar und hier wird es dann auch ungemütlich.

Wir haben die Strömung mit knapp 4 Knoten gegen uns. In einer Kombination von 20 Knoten Wind von Achtern baut sich eine beachtliche Welle auf. Fürrit kämpft sich mit beiden Maschinen und Segel mit 5 Knoten Fahrt über Grund gegen die Strömung.

Nach Fünf Stunden haben wir es geschafft. Wir erreichen Tarifa. Um die Ecke ist der Spuk vorbei und wir liegen an einem traumhaften Sandstrand vor Anker.

Der Wind ist zwar noch stark aber unter der Landabdeckung kann sich keine Welle aufbauen.

Gibraltar war ein beeindruckendes Abendteuer. Direkt zwischen Afrika und Spanien durch, beide Länder zum Greifen nah.

Gemeinsam mit sehr vielen Schiffen. Beim Erreichen von Gibraltar zeigte unser AIS 184 Schiffe an. Wir haben das Mittelmeer geschafft.

 

 

 

 

Das erste Stück auf dem Atlantischen Ozean

24. Oktober 2015

 

Die Nacht vor Anker war gezeichnet durch die für Gibraltar übliche „Winddüse“. Als wir einem Segler beim Tanken erzählen, dass wir nach Tarifa wollen, lacht er und sagt:

Na, da habt ihr Euch ja ein Plätzchen ausgesucht. Dort liegt ihr direkt in der Düse. Erst geht die Düse vorne los und dann ganz schnell bei einem selbst achtern…..

 

Der Wetterbericht sagt an, dass der Wind deutlich zunehmen soll. Aus diesem Grund entschließen wir uns weiter nach Norden an der spanischen Küste zu segeln.

Und so verbringen wir den Tag damit, bei nicht so schönem Wetter uns in diese Richtung zu machen. Doch am Abend wird es schöner und wir erreichen eine Lagune bei Cadiz. Wir fahren den Fluss vier Meilen in Landesinnere und gehen dort an eine Muring.

Ein perfekter Platz.

 

 

 

Ausflug mit CaMiXi

25. Oktober 2015

 

Die Sonne strahlt und wir bauen unser Beiboot auf. Mika ist ganz aufgeregt. Nach 20 Minuten ist CaMiXi startklar. Dank dem kräftigen Außenborder kommen wir auch recht flott voran.

Und nach wenigen Minuten sitzt auch einer kleiner stolzer Kapitänsanwärter am Motor und fährt das Dinghi durch den Hafen. 

Zurück am Kat fängt es ein wenig an zu pusten, naja vielleicht ein wenig mehr.

Nach zwei weiteren Stunden macht Fürrit mit der Muring kurzen Prozess. Sie rupft das Ding wie Gemüse aus dem Boden und fährt samt Betonklotz, Kette und Boje spazieren.

Ist halt auch nicht für 12 Tonnen gedacht gewesen. 

Als wir noch überlegen, was wir machen sollen, kommt auch schon voller Aufregung der Hafenmeister mit seinem Boot. 

In diesem Moment drückt Fürrit die beiden großen Bälle mal ganz locker unter den Kiel.

„Wir Boje? Hä ? Nö? Wo? Hier?“

Plopp - Ach die Boje ? Ja da haben wir dran festgemacht und weil die eh an einem ganz bescheidenen Örtchen lag - war wir so nett und haben das Ding gleich 20 Meter weiter transportiert.

Jetzt abwarten auf die Reaktion. Und nicht nur in Deutschland ist der Hafenmeister Gott…

Wir mögen uns vom zarten Gemüse abschneiden und in den Hafen kommen.

 

In den Hafen ? Guter Witz ! Das größte Boot dort ist vielleicht 7 Meter, der Rest 5 oder 6 Meter.

Mit Händen und Füßen macht der Hafenmeister klar, dass wir längsseits am Außenbereich des Hafens festmachen sollen.

Natürlich - wieder ein Anlegemanöver bei bestem Wetter in der größten Marina von Spanien.

Aber so schnell lassen wir den Brokkoli nicht los mein Freund. Erst einmal gibt es Backbord alles an Fendern was das Boot so hergibt. 

Langsam geht es Richtung Anleger, da ertönt es von hinten : „Papa, fahren wir jetzt unser Boot kaputt?“ 

Nein, haben wir nicht vor.

Das Manöver klappt gut. Wir sind längsseits fest. 

Der Hafenmeister plappert und plappert und plappert. Alles auf spanisch. 

Und er freut sich, dass Christian auch so alles versteht. Was er nicht weiß, ist dass Christian einen Trick von seinem Freund Peter gelernt hat, der es einem möglich macht, sich in jeder Sprache stundenlang zu unterhalten ohne die Sprache selber zu können.

Man wiederholt einfach das letzte Wort oder den letzten Satz, von dem was der andere einem gesagt hat. Wenn man einen sehr mitteilungsbedürftigen Menschen vor sich hat, dann nickt der einmal kurz und setzt sofort seine Story fort.

und so geht es weiter und weiter……ganz viel Spanisch….manana.

Ah…manana ! Und weiter gehts ;-)

Und Mika hat ebenfalls seinen Spaß. Er plaudert jedes aufgeschnappte spanische Wort wie ein Papagei nach.

 

 

 

 

Ein toller Strandtag

27.Oktober 2015

 

Wir liegen gut und günstig. Für zwei Nächte haben wir je 10 EUR gezahlt und jetzt bezahlen wir für eine ganze Woche 5 EUR pro Nacht.

Wir packen unsere Strandsachen zusammen und machen CaMiXi klar. Mit ihr geht es flotten Tempos an die Atlantikküste. Dort finden wir wunderschönen Sandstrand in dem Mika buddeln kann und wir uns entspannen.

Wir bleiben dort fast den ganzen Tag. Essen und Trinken haben wir mitgenommen. 

Leider ist eine Wetterveränderung angesagt, die nichts Gutes bedeutet. Damit ist der Absprung zu den Kanaren erst einmal auf Eis gelegt.

Im Hafen angekommen warnt uns der Hafenmeister schon vor, wir sollten alle Fender ausbringen und Leinen, da ein Sturm aufzieht.

 

 

 

 

Da ist er, der Sturm im Hafen

29. Oktober 2015

 

Die nächsten drei Tage sollen nicht zum Highlight werden. Der Wetterbericht sagt 35 Knoten Wind vorher. Das ist eine Menge. Der Hafenmeister sagt es wird hier durch die örtliche Gegebenheit deutlich mehr werden.

Wir kaufen vorsichtshalber noch zwei weitere Ruckdämpfer für die Leinen. Dann bereiten wir Fürrit vor. Sechs Leinen nach Achtern und fünf nach vorne. 

Zu viel? In der Nacht geht es los. Der Wind steigert sich schnell auf 30 Knoten. Am Morgen haben wir konstante 40 Knoten, in Böen 58 Knoten, Wind erreicht. 

Wie ein bockiges Pferd springt der Kat auf und ab. Dieses Spektakel setzt sich fort. Und zwar ganze drei Tage, begleitet durch Regen.

Am dritten Tag haben wir noch einmal einen Höhepunkt. Da der Wind genau von hinten kommt, schiebt sich eine 2 Meter Welle in den Hafen. Auf der reiten wir dann auch noch mal festgebunden auf und ab. 

Zur Begeisterung geht auch noch die Trinkwasserpumpe kaputt. Schnauze gerade mal voll!

Also alles rausreißen - draußen regnet es - drinnen jetzt auch und zwar Frischwasser.

Nach einer halben Stunde steht der Kühlschrank mitten im Boot, Töpfe, Pfannen, Lebensmittel.

Nach einer weiteren Stunde sieht es aus im Boot wie Dresden 45.

Nun noch mal kurz in einer Provinz, wo man noch auf dem Esel zur Arbeit reitet, ne Hochleistungsdruckwasserpumpe organisieren.

Also ab zu Alibaba und seinen 40 Räubern, der natürlich nur darauf gewartet hat, dass nachdem schon drei Generationen Pumpenbesitzer verstorben sind, endlich diese „neue“ Pumpe zu verkaufen. „Ah - Du bist der mit dem Katamaran (Mann mit vieeeel vieeel gaaanz vieeeel Geld)

Diese Pumpe wurde vor Generationen gekauft für diesen ganz besonderen Moment…

 

Kannste vergessen - ist ne Fäkalienpumpe meine Freund! So eine Pumpe kann ich nicht gebrauchen.

Aber natürlich hat dieser Spanier eine Tante und die hat einen Onkel und der wieder hat einen Sohn und dessen Freund… und wer soll es glauben, der hat unsere Pumpe.

Und hat er dann auch tatsächlich zu einem guten Preis. 

Ja auch die hat schon länger gewartet und funktionierte erst, als Christian sie komplett zerlegt und neu abgedichtet hat.

Nein - die war nicht gebraucht - nagelneu.